Meldung vom 27.10.2026
Das Thema „Lohn“ ist heute weit mehr als eine Frage der Abrechnung. Es geht vielmehr um die Zukunft der Arbeit in Österreich. Es geht um Arbeitsrealität, Bürokratiebelastung, Ausbildung, Zukunftschancen und die Frage, wie Unternehmen in einem zunehmend komplexen Umfeld wettbewerbsfähig bleiben können „Lohnverrechnung ist kein lästiges Randthema mehr. Sie zeigt deutlich, wie stark sich Arbeit, Regulierung und betriebliche Realität verändert haben“, sagt Mag. Roland Beranek, Leiter der BMD Akademie. „Wer heute über Lohn spricht, spricht auch über Vertrauen, Verlässlichkeit, Arbeitgeberattraktivität und über die Frage, wie gut Unternehmen mit Komplexität umgehen können.“ Neue Arbeitsmodelle, laufende Gesetzesänderungen, zusätzliche Dokumentationspflichten und internationale Beschäftigungskonstellationen erhöhen die Anforderungen an die Lohnverrechnung laufend. Was auf den ersten Blick wie ein standardisierter Verwaltungsprozess wirkt, ist in der Praxis ein hochsensibler Bereich, in dem sich wirtschaftliche, rechtliche und gesellschaftliche Entwicklungen verdichten. „Die Komplexität in der Lohnverrechnung hat in den vergangenen Jahren massiv zugenommen. Sie entwickelt sich vom Fachthema immer stärker zu einer Standortfrage“, betont auch Florian Schrenk, BA, LL.M., Geschäftsführer Fortis Unum HR GmbH.
Wenn aus Abrechnung eine Standortfrage wird
Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels und wachsender Sensibilität für faire Arbeitsbedingungen wird sichtbar, dass Lohnverrechnung direkte Auswirkungen auf die Arbeitgeberattraktivität hat. Fehler, Unklarheiten oder Verzögerungen bleiben nicht folgenlos: Sie betreffen Vertrauen, Verlässlichkeit und letztlich auch die Stabilität von Unternehmen. „Österreich ist ein Hochlohnland mit hohen Lohnnebenkosten und einer hohen Regelungsdichte. Damit rückt immer stärker die Frage in den Vordergrund, wie wettbewerbsfähig ein Standort bleibt und wie Unternehmen mit steigenden Personal- und Verwaltungskosten umgehen. Lohn ist damit nicht nur eine Frage der Abrechnung, sondern auch eine wirtschaftspolitische Frage“, so Schrenk.
Die Standortfrage rückt seit Monaten dazu immer mehr in den Fokus. Werden in Österreich hohe Lohnnebenkosten für Unternehmen verrechnet, lagern diese auch immer stärker ins Ausland aus. Laut dem WKÖ-Industrieradar 2026 erwägt inzwischen rund ein Viertel der Industriebetriebe, Aktivitäten oder Produktionsbereiche ins Ausland zu verlagern.[1] Gleichzeitig machen die Lohnnebenkosten in Österreich einen erheblichen Anteil der gesamten Arbeitskosten aus; im EU-Vergleich liegt Österreich damit weiterhin im Spitzenfeld.[2] Für Unternehmen wird damit immer relevanter, wie effizient, rechtssicher und planbar Personalprozesse gestaltet werden.
Was Unternehmen im Alltag wirklich beschäftigt
Wie präsent das Thema Lohnverrechnung in der Praxis bereits ist, zeigt sich laut BMD tagtäglich in der Arbeit mit Kund:innen. Dort geht es längst nicht mehr nur um einzelne Abrechnungsfragen, sondern um die Bewältigung eines zunehmend komplexen Gesamtsystems. „Wir sehen im Alltag, dass Unternehmen beim Thema Lohnverrechnung unter starkem Druck stehen. Die Fragen reichen von der Umsetzung immer komplexer werdenden rechtlicher Detailthemen bis zur praktischen Herausforderung, interne Gesamtprozesse über mehrere Abteilungen hinweg zu berücksichtigen. Diese sind so aufzusetzen, dass sie trotz steigender Anforderungen und zunehmender Digitalisierung sicher, effizient und nachvollziehbar bleiben“, sagt Mag. Thomas Reisinger, Lohnexperte bei BMD. Damit wird Lohnverrechnung auch zu einem Bereich, in dem Software, Prozesse und Fachwissen enger zusammenrücken. Unternehmen brauchen Lösungen, die Komplexität reduzieren, ohne Qualität und Rechtssicherheit zu gefährden. BMD bietet eine umfassende Softwarelösung für die gesetzeskonforme Lohn- und Gehaltsabrechnung in Unternehmen an. „Unsere Lösungen müssen verschiedenste Bereiche und Anforderungen im Ablauf berücksichtigen. Dazu zählen die Anlage der grundlegenden Stammdaten, die Steuerung zentraler Einstellungen und Parameter sowie die Erfassung monatlich variabler Daten bis hin zu internen Reportings und entsprechenden Meldungen an Körperschaften wie Sozialversicherungen, Finanzamt und Gemeinden“, so Reisinger. „Es ist unbedingt erforderlich, Unternehmen in einem Bereich, in dem sich die gesetzlichen Rahmenbedingungen oft sehr kurzfristig sehr weitreichend verändern, eine durchgängig gesetzeskonforme Abwicklung der Abrechnung zu ermöglichen.“
Über 7.300 Kund:innen vertrauen auf die Lohnverrechnungssoftware von BMD.
Berufsbild mit Verantwortung und Zukunft
Eine Software ersetzt jedoch keineswegs gut ausgebildete Lohnverrechner:innen. Mit der steigenden Komplexität wächst die Bedeutung qualifizierter Ausbildung. „Lohnverrechnung ist ein anspruchsvolles Berufsbild mit hoher Verantwortung und sehr guten Zukunftschancen. Gerade weil der Bereich komplexer wird, braucht es starke Aus- und Weiterbildung, die fachlich fundiert und praxisnah ist“, sagt Beranek. Die BMD Akademie vermittelt dieses Wissen in Lehrgängen mit starkem Praxisbezug. Mehr als 750 Absolvent:innen des Personalverrechnungs-Lehrgangs haben ihre Kompetenzen im Bereich Personalverrechnung bereits ausgebaut. Das ist auch vor dem Hintergrund relevant, dass das Berufsbild Personalverrechner:in in Österreich als knappes Qualifikationsprofil gilt und Unternehmen ebenso wie Steuerberatungskanzleien laufend qualifiziertes Fachpersonal suchen. „Die hohe Komplexität, laufende Änderungen bei Gesetzen und Kollektivverträgen sowie die große Verantwortung machen das Berufsbild anspruchsvoll. Gleichzeitig eröffnet es Ein- und Umsteiger:innen sehr gute Perspektiven in einem Bereich mit hoher Zukunftssicherheit“, so Beranek. Für Ein- und Umsteiger:innen bietet der Beruf jedoch einen sicheren Arbeitsplatz. Denn Lohnverrechnung ist heute kein Nischenberuf mehr, sondern ein Bereich mit Verantwortung, Spezialisierung und klarer Arbeitsmarktrelevanz.
Digitalisierung unterstützt – ersetzt aber nicht
Die Automatisierung schreitet unaufhaltsam fort, doch bedroht sie die Personalverrechnung nicht in ihrer Existenz. Die Lohnverrechnung ist in vielen Bereichen stark regelbasiert. Routineaufgaben lassen sich daher zunehmend automatisieren, was Prozesse effizienter macht und Unternehmen gerade angesichts des Fachkräftemangels entlasten kann. Gleichzeitig verschiebt sich das Berufsbild weg von der reinen Dateneingabe hin zu Kontrolle, Qualitätssicherung, Einordnung und Beratung. „Automatisierung erleichtert in der Lohnverrechnung vieles, aber sie ersetzt nicht das fachliche Urteil“, sagt Reisinger. „Gerade dort, wo unterschiedliche Arbeitsmodelle, Sonderfälle und rechtliche Fragen zusammenkommen, bleibt menschliche Expertise unverzichtbar. Technologie ist Unterstützung, nicht Ersatz.“ Für Unternehmen bedeutet das, dass sie in Technologie investieren müssen, ohne den Faktor Qualifikation zu vernachlässigen. Für Beschäftigte wiederum heißt das: Fachwissen bleibt entscheidend, verändert aber seinen Einsatzbereich.
Ein Thema weit über das Backoffice hinaus
Wer heute über Lohnverrechnung spricht, spricht nicht nur über Abrechnung. Lohnverrechnung ist kein Backoffice-Randthema mehr, sondern ein kritischer Prozess für Arbeitgeberattraktivität, Rechtssicherheit, Mitarbeiter:innenvertrauen und betriebliche Stabilität. In einer Arbeitswelt, die von Regulierung, Unsicherheit und Veränderung geprägt ist, rückt damit ein Bereich ins Zentrum, der lange unterschätzt wurde. „Betrachtet man die Entwicklungen der vergangenen Jahrzehnte, fällt auf, dass besonders kleinere Betriebe Schwierigkeiten haben, die Regelungsdichte im Bereich Lohnverrechnung zu bewältigen. Daher sind geschulte Fachkräfte in HR und Payroll von zentraler Bedeutung“, resümiert Schrenk.
[1] WKÖ, Industrieradar 2026: https://www.wko.at/oe/news/wko-industrieradar-2026
[2] Standort + Wirtschaft, Hohe Lohnnebenkosten bremsen den Standort aus: https://www.standort-wirtschaft.at/2025/01/08/hohe-lohnnebenkosten-bremsen-den-standort-aus/