Meldung vom 26.05.2026

Basisförderung absichern: z.l.ö. fordert verlässliche Rahmenbedingungen für die Lehrausbildung

Wer Lehrstellen sichern will, muss Ausbildungsbetriebe stärken

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Wien, 26. Mai 2026 – Die duale Ausbildung ist ein zentraler Bestandteil des österreichischen Bildungs- und Wirtschaftssystems. Rund 100.000 Lehrlinge werden aktuell in Österreich ausgebildet, mehr als 27.000 Betriebe übernehmen diese Verantwortung – vom börsennotierten Konzern über KMU bis hin zum Kleinstbetrieb. Vor dem Hintergrund der aktuellen Budgetdebatte warnt zukunft.lehre.österreich. vor Kürzungen bei der Basisförderung für Lehrbetriebe. Diese Förderung ist für viele Ausbildungsbetriebe ein wichtiger Beitrag, um Lehrstellen anzubieten, Ausbildungsqualität zu sichern und jungen Menschen eine berufliche Perspektive zu geben. z.l.ö. fordert daher eine verlässliche Absicherung der Basisförderung sowie klare politische Zuständigkeiten für die Weiterentwicklung der Lehrausbildung in Österreich.

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Jugendliche, die eine Lehre absolvieren, sind die Fachkräfte von morgen. Die betriebliche Lehrlingsausbildung ist damit ein tragendes System für Wirtschaft und Gesellschaft. Sie funktioniert jedoch nur dann, wenn Betriebe bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und jungen Menschen eine fundierte Ausbildung zu ermöglichen. „Diese Bereitschaft ist in den Unternehmen vorhanden. Es liegt in unser aller Interesse, Fachkräfte selbst auszubilden, sie im Unternehmen zu halten und ihr Know-how langfristig für den Standort nutzbar zu machen. Gleichzeitig übernehmen Betriebe heute immer häufiger zusätzliche Aufgaben – etwa wenn grundlegende Kompetenzen in Lesen, Schreiben, Rechnen oder naturwissenschaftlichem Verständnis gestärkt werden müssen. Genau deshalb unterstützt der Bund die Lehrlingsausbildung aus gutem Grund finanziell. Doch nicht alle Betriebe können diese Aufgabe alleine stemmen“, sagt Robert Machtlinger, Präsident von zukunft.lehre.österreich. und CEO der FACC AG. Umso wichtiger seien verlässliche Rahmenbedingungen. Die geplanten Kürzungen der Basisförderung im neuen Doppelbudget würden genau diese Planungssicherheit gefährden.

Ohne verlässliche Förderung sinkt die Ausbildungsbereitschaft
Wie stark die Ausbildungsbereitschaft mit verlässlichen Rahmenbedingungen verbunden ist, zeigt ein aktueller ibw-Bericht. Demnach würden 15 Prozent der Unternehmen ohne finanzielle Unterstützung keine Lehrlinge mehr ausbilden. Weitere 37 Prozent würden ihre Ausbildungsaktivitäten deutlich reduzieren oder grundsätzlich infrage stellen. Damit wäre mehr als jeder zweite Ausbildungsbetrieb direkt betroffen. Ein Rückgang der Fördermittel hätte somit unmittelbare Auswirkungen auf das Angebot an Ausbildungsplätzen. „Bereits jetzt herrscht in vielen Branchen ein akuter Fachkräftemangel. Wenn wir als Wirtschaftsstandort auch künftig wettbewerbsfähig bleiben wollen, müssen wir jene Betriebe stärken, die selbst in Ausbildung investieren. Unternehmen investieren jährlich mehr als 2,5 Milliarden Euro in die Ausbildung von Fachkräften. Diese Leistung anzuerkennen und zu unterstützen, darf aus Sicht der Politik kein Nebenthema sein. Es geht um die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Österreich“, betont Robert Machtlinger.

Lehrlingsausbildung ist gelebte Verantwortung
Eine aktuelle AMS-Studie prognostiziert für heuer einen Rückgang des jahresdurchschnittlichen Lehrlingsbestands um 2,6 Prozent. Damit würden sich rund 97.400 Personen in einer Lehre befinden – der niedrigste Wert seit Beginn der Beobachtungsperiode 1999. Für Irina Querfeld, Eigentümerin des Café Landtmann und weiterer Wiener Traditionsbetriebe, ist das ein deutliches Signal: „Wir bilden im Café Landtmann seit jeher Lehrlinge aus – aus Überzeugung und aus gesellschaftlicher Verantwortung, jungen Menschen eine fundierte Ausbildung und eine berufliche Perspektive zu geben. Gerade in der Gastronomie und im Tourismus brauchen wir dringend gut ausgebildete Fachkräfte. Ausbildung ist für uns keine kurzfristige Kostenfrage, sondern eine Investition in junge Menschen, in Qualität und in die Zukunft unserer Branche. Gleichzeitig darf es nicht so weit kommen, dass am Ende nur noch einzelne Traditionsbetriebe diese Verantwortung übernehmen. Wir brauchen wieder mehr Betriebe in allen Sparten und Branchen, die den Sinn darin erkennen, Lehrlinge auszubilden – und dafür braucht es Unterstützung, Wertschätzung und klare Rahmenbedingungen von der Politik. Wer Fachkräfte will, muss jene stärken, die sie ausbilden.“

Ausbildungsbetriebe übernehmen immer mehr Verantwortung
Der Lehrstellenmarkt ist zunehmend angespannt: Laut aktueller AMS-Lehrlingsprognose 2026 stehen rund 6.180 sofort verfügbare offene Lehrstellen rund 9.900 sofort verfügbaren Lehrstellensuchenden gegenüber. Gleichzeitig zeigt sich in der Praxis, dass viele Jugendliche zusätzliche Unterstützung beim Einstieg in die Lehre benötigen – etwa bei grundlegenden Kompetenzen wie Lesen, Schreiben, Rechnen oder im sozialen und persönlichen Bereich. „Die Lehre in Österreich zählt zu den besten Ausbildungsformen weltweit. Damit junge Menschen diese Chance auch erfolgreich nutzen können, braucht es Betriebe, die begleiten, fördern und Verantwortung übernehmen“, betont Gertrude Schatzdorfer-Wölfel, Geschäftsführerin von Schatzdorfer Gerätebau. Genau diese Verantwortung würden viele Unternehmen bereits heute übernehmen – vom Großbetrieb bis zum kleinen und mittleren Unternehmen. „Wir sehen in der Praxis, dass junge Menschen heute oft mehr Unterstützung brauchen als früher. Ausbildungsbetriebe leisten hier sehr viel – fachlich, menschlich und organisatorisch. Diese Leistung muss gesehen und unterstützt werden. Wenn Unternehmen Verantwortung für die nächste Generation übernehmen, braucht es auch verlässliche Rahmenbedingungen und ein klares Bekenntnis der Politik zur betrieblichen Ausbildung.“ Eine frühzeitige, einheitliche und praxisnahe Berufsorientierung sei zudem entscheidend, um Jugendliche besser auf ihre Ausbildungsentscheidung vorzubereiten, Fehlentscheidungen zu vermeiden und Ausbildungsabbrüche zu reduzieren.

Die Lehre ist der zentrale Schlüssel
Die betriebliche Lehrlingsausbildung ist auch volkswirtschaftlich eine besonders wirksame Investition. Sie wird überwiegend von Unternehmen getragen: Durchschnittlich investieren Betriebe rund 25.500 Euro pro Lehrling und Jahr, insgesamt etwa 2,5 Milliarden Euro jährlich. Gleichzeitig leisten Lehrlinge vom ersten Lehrtag an einen Beitrag zum System und zahlen jährlich rund 157 Millionen Euro an Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen. „Die duale Ausbildung ist in hohem Maß eine privat getragene Investition mit erheblichem volkswirtschaftlichem Nutzen. Für die öffentliche Hand ist sie eine besonders effiziente Form der Ausbildung, deren Kosten deutlich unter jenen schulischer oder überbetrieblicher Ausbildungsformen liegen. Rund zwei Drittel aller Fachkräfte in Österreich verfügen über einen Lehrabschluss. Ein Rückgang der Ausbildungsaktivitäten hätte daher direkte Auswirkungen auf Arbeitsmarkt, Wettbewerbsfähigkeit und wirtschaftliche Entwicklung“, so Robert Machtlinger. Die Basisförderung ist damit ein klares Bekenntnis zu Jugend, Leistung, Zukunft und Wohlstand.

Gemeinsame Verantwortung für die Fachkräfte von morgen
Die Lehrausbildung ist eine Querschnittsaufgabe: Sie betrifft Bildung, Wirtschaft, Arbeit und Standortpolitik gleichermaßen. Umso wichtiger ist eine klare Koordination zwischen den zuständigen Ressorts und eine langfristige Strategie zur Sicherung des Fachkräftepotenzials. „Unsere Mitgliedsbetriebe übernehmen täglich Verantwortung für junge Menschen und für die Fachkräfte von morgen. Damit sie diese Aufgabe auch künftig gut erfüllen können, brauchen sie klare Ansprechpartner, verlässliche Rahmenbedingungen und ein Fördersystem, das verständlich und praxistauglich ist“, betont Robert Machtlinger, Präsident von zukunft.lehre.österreich. und CEO der FACC AG. z.l.ö. spricht sich daher für eine zentrale Koordinationsstelle auf Bundesebene aus, die die Interessen der betrieblichen Ausbildung bündelt und als Teil einer umfassenden Fachkräftestrategie weiterentwickelt wird.

Klare Forderung: Basisförderung verlässlich absichern
Die Basisförderung für Lehrbetriebe muss im Bundesbudget verlässlich abgesichert werden. Nur so erhalten Ausbildungsbetriebe jene Planungssicherheit, die sie brauchen, um weiterhin in junge Menschen, Ausbildungsqualität und Fachkräfte von morgen zu investieren. Gleichzeitig sollte das Fördersystem praxistauglich, verständlich und administrativ einfach weiterentwickelt werden. „Wer die Lehre stärken will, muss jene Betriebe stärken, die ausbilden. Die Basisförderung ist dafür ein zentrales Instrument – und ein klares Bekenntnis zur Jugend, zur Fachkräftesicherung und zum Wirtschaftsstandort Österreich“, so Robert Machtlinger abschließend.

Über zukunft.lehre.österreich.
zukunft.lehre.österreich. ist eine unabhängige, gemeinnützige und branchenübergreifende Initiative mit dem Ziel, die Vorteile und Chancen einer Lehre hervorzuheben und das Ansehen der dualen Ausbildung in der Gesellschaft zu verbessern. Die Initiative wird von Unternehmen getragen, die Lehrlinge ausbilden oder ausbilden wollen. Derzeit ist z.l.ö. mit rund 250 Mitgliedsbetrieben, die über 100.000 Mitarbeiter:innen beschäftigen und rund 20.000 Lehrlinge ausbilden, die größte freiwillige Lehrlingsinitiative Österreichs.