Meldung vom 26.08.2026

Jane Goodall Institute Austria: Sie sind uns noch ähnlicher als angenommen!

Quantencomputing evaluiert Verhalten von Schimpansen neu

© Nick Riley (Abdruck bei Nennung honorarfrei)

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Wien, 26. August 2026 – Das Jane Goodall Institute (JGI) hat über 65 Jahre hinweg eine der längsten wissenschaftlichen Langzeitstudien der Menschheitsgeschichte über Schimpansen aufgebaut. Jetzt wurden all diese Feldnotizen, die teilweise historisch sind, digitalisiert und mittels Künstlicher Intelligenz übersetzt und umfangreicher ausgewertet.

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Mehr als sechs Jahrzehnte beobachtete die Primatologin Jane Goodall und ein Forscherteam Schimpansen in Ostafrika mit einem Fernglas. Die weltberühmte Primatenforscherin bewies im Gombe-Nationalpark, dass die biologische Nähe der Tiere verblüffend ähnlich ist zu menschlichem Verhalten, Gefühlsleben und den Werkzeuggebrauch. Menschen und Schimpansen sind genetisch zu rund 98,7 Prozent identisch. Diese Beobachtungen wurden handschriftlich festgehalten. Die Feldforscher machten alle 15 Minuten Aufzeichnungen, was mehr als 500.000 Seiten schriftlicher Notizen erzeugte. Dank Künstlicher Intelligenz und einer neu entwickelten Quantencomputertechnologie wurde jetzt dieser Bestand an Feldnotizen, Klangaufnahmen, Filmen und umfangreichen Verhaltensbeobachtungen neu übersetzt und interpretiert. Denn einige der Aufzeichnungen sind in einem regionalen Suaheli-Dialekt verfasst, dessen Auswertung besondere sprachliche und fachliche Expertise erforderte. „Diese Aufzeichnungen sind weit mehr als ein Archiv. Sie dokumentieren die Entwicklung von Primatengemeinschaften über Generationen hinweg und eröffnen zentrale Einblicke in soziale Beziehungen, Lernprozessen und Verhaltensmustern. Die KI-gestützte Digitalisierung ermöglicht es, dieses Wissen umfassend auszuwerten und für zukünftige Generationen zu bewahren. Mit diesem Projekt schaffen wir eine einzigartige Grundlage für die Erforschung von Verhalten, sozialen Dynamiken und Umweltveränderungen über lange Zeiträume hinweg“, sagt Diana Leizinger, Geschäftsführerin des Jane Goodall Institute Austria.

Erstes Forschungsprogramm im Bereich Quantencomputing und Primatenforschung
Das Programm „Ökologie von Krieg und Frieden: Einsatz quantenverstärkter agentenbasierter Modellierung zur Erklärung gegensätzlicher Verhaltensweisen zwischen Gruppen bei Schimpansen und Bonobos“ wird mit FOrmationQ, einem Forschungspartner in den USA, umgesetzt. Schimpansen und Bonobos sind die beiden nächsten lebenden Verwandten des Menschen, weisen jedoch auffallend unterschiedliche Verhaltensmuster im Umgang mit anderen Gruppen auf. Jane Goodall beobachtete in den 1970er Jahren die berühmten „Kriege“ unter den Schimpansen, bei denen diese in organisierte, tödliche Konflikte zwischen verschiedenen Gruppen verwickelt waren. Bonobos hingegen sind für ihr friedliches Miteinander zwischen verschiedenen Gruppen bekannt.

Neue Perspektiven für Forschung und Artenschutz
Diese Verbindung aus traditioneller Langzeitfeldforschung, moderner Computersimulationen und KI-gestützter Verhaltensmodelle eröffnet nun gänzlich neue Möglichkeiten in der Primatenforschung. Komplexe Zusammenhänge zwischen dem Verhalten der Tiere, sozialen Strukturen und Umweltveränderungen können deutlich effizienter untersucht werden. „Es geht darum, unseren nächsten lebenden Verwandten zu verstehen, um die menschliche Evolution zu verstehen und uns selbst zu definieren. Die Digitalisierung war eine anspruchsvolle Aufgabe, doch dass wir dieses Wissen, das bisher nur einem sehr kleinen Kreis zugänglich war, nun entschlüsseln und für die wissenschaftliche Nutzung heranziehen können, gab uns die Motivation weiterzumachen. Damit wird ein einzigartiger Wissensschatz für Forschung und Naturschutz langfristig bewahrt und einer breiteren wissenschaftlichen Gemeinschaft zugänglich gemacht“, bekräftigt Leizinger weiter. Forschende aus aller Welt können sich nun für eine Zusammenarbeit an das Gombe PI Consortium wenden.

Über das Jane Goodall Institute Austria
Das Jane Goodall Institute Austria (JGI Austria) ist eine in Wien ansässige Naturschutzorganisation und Teil des internationalen Jane- Goodall-Netzwerks. Ziel der Arbeit ist der Schutz von Schimpansen und der Erhalt der Artenvielfalt durch ganzheitliche Naturschutzprojekte, die ökologische, soziale und wirtschaftliche Aspekte verbinden.
Seit über 20 Jahren setzt JGI Austria Schutzprogramme für Schimpansen und ihre Lebensräume sowie Bildungsprojekte in Uganda, Südafrika, Tansania, der Republik Kongo und im Senegal um. Mit dem Jugend- und Bildungsprogramm Roots & Shoots fördert das Institut darüber hinaus in Österreich einen respektvollen und nachhaltigen Umgang mit Menschen, Tieren und der Natur.

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4 256 x 2 832 © Nick Riley (Abdruck bei Nennung honorarfrei)
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Diana Leizinger, Geschäftsführerin des Jane Goodall Institute Austria
1 500 x 1 000 © Daniela Matejschek (Abdruck bei Nennung honorarfrei)



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