Meldung vom 16.09.2026

Jane Goodall Institut: Frieden braucht die Natur

Warum Weltfrieden auch eine Frage unserer Ökosysteme ist

Jane Goodalls weiter Friedensbegriff © Marc Stickler (Abdruck bei Nennung honorarfrei)

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Wien, 16. September 2026. Zum Weltfriedenstag erinnert das Jane Goodall Institute Austria daran, dass Frieden nicht nur zwischen Menschen, sondern auch mit der Natur gedacht und umgesetzt werden muss. Der Sommer 2026 zeigt in Österreich eindrücklich, wie unmittelbar unser Wohlergehen vom Zustand unserer Ökosysteme abhängt.

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Österreich erlebte 2026 den heißesten Sommer der Messgeschichte: 41,2 °C wurden am 5. August in Bad Deutsch-Altenburg gemessen – ein neuer Temperaturrekord. Gleichzeitig fiel rund ein Drittel weniger Niederschlag als im langjährigen Durchschnitt.[1] Die Folgen sind unmittelbar spürbar: Ende August wiesen rund 90 % der Grundwassermessstellen niedrige oder sehr niedrige Werte auf.[2]

Für das Jane Goodall Institute Austria sind diese Entwicklungen mehr als eine Umweltfrage. Sie berühren eine grundlegende Frage unserer gesellschaftlichen Zukunft: Wie können wir langfristig in Frieden und Stabilität leben, wenn die natürlichen Ressourcen, von denen wir abhängig sind, zunehmend unter Druck geraten? „Frieden bedeutet mehr als ein friedliches Miteinander der Menschen. Wenn wir unsere Böden, unser Wasser und unsere Ökosysteme zerstören, gefährden wir die Grundlage für gesellschaftlichen Frieden“, so Diana Leizinger, Geschäftsführerin Jane Goodall Institute Austria.

Jane Goodalls weiter Friedensbegriff
Jane Goodall hat diesen Zusammenhang bereits vor Jahrzehnten in den Mittelpunkt ihrer Arbeit gestellt. 2002 wurde sie von den Vereinten Nationen zur UN Friedensbotschafterin ernannt. Ihr Friedensverständnis ging dabei weit über die Abwesenheit von Konflikten zwischen Menschen hinaus. 2018 sagte sie: “We can have a world of peace. We can move toward a world where we live in harmony with nature. Where we live in harmony with each other.”

Für Goodall, die am 1. Oktober 2026 im 92. Lebensjahr verstarb, gehörten die friedvollen Beziehungen zwischen Menschen, Tieren und der Natur untrennbar zusammen.

Genau diese Verbindung steht auch im Zentrum von Roots & Shoots, dem weltweiten Kinder- und Jugendprogramm des Jane Goodall Institute. 1991 von zwölf Schülerinnen und Schülern in Tansania gegründet, feiert Roots & Shoots 2026 sein 35-jähriges Bestehen. Seither engagieren sich junge Menschen in 65 Ländern, darunter auch Österreich, für Projekte für ein Miteinander von Menschen, Tieren und der Umwelt. 35 Jahre Roots & Shoots sind damit auch 35 Jahre gelebte Friedensarbeit – nicht nur am Weltfriedenstag.

Frieden mit der Natur beginnt bei uns
Der Zusammenhang zwischen Umwelt, gesellschaftlicher Stabilität und Frieden ist längst auch Teil der internationalen Sicherheitsdebatte. Die Europäische Union bezeichnet Klimawandel und Umweltzerstörung als „risk multiplier“: Knappheit bei Wasser, Nahrung oder Land kann bestehende soziale und politische Spannungen verschärfen.[3] Auch Österreich steht vor solchen Herausforderungen. Bis 2050 könnten die verfügbaren Grundwasserressourcen um bis zu 23 Prozent zurückgehen, während der Wasserbedarf steigt.[4] Gleichzeitig zeigen sich die Folgen bereits in der Landwirtschaft: Für 2026 wird eine deutlich geringere Getreideernte erwartet – eine Folge von Hitze und Trockenheit.[5]

Für das Jane Goodall Institute Austria geht es dabei nicht um ein Gegeneinander von Mensch und Natur. Im Gegenteil: Wir sind Teil der Natur und von ihr abhängig. Gesunde Böden, Wälder, Flüsse und Feuchtgebiete speichern Wasser, regulieren Temperaturen, schützen vor Erosion und stärken damit die Widerstandsfähigkeit unserer Gesellschaft. „Wir brauchen einerseits politische Lösungen, aber auch Menschen, die sich als Teil dieser Lösung verstehen. Wir können nicht auf der einen Seite Frieden fordern und auf der anderen Seite die Lebensgrundlagen zerstören, die uns alle verbinden. Wir sind Teil der Natur – und tragen Verantwortung dafür, wie die Welt aussieht, die wir den nächsten Generationen hinterlassen“, so Leizinger.

Über das Jane Goodall Institute Austria
Das Jane Goodall Institute Austria (JGI Austria) ist eine in Wien ansässige Naturschutzorganisation und Teil des internationalen Jane-Goodall-Netzwerks. Ziel der Arbeit ist der Schutz von Schimpansen und der Erhalt der Artenvielfalt durch ganzheitliche Naturschutzprojekte, die ökologische, soziale und wirtschaftliche Aspekte verbinden.Seit über 20 Jahren setzt JGI Austria Schutzprogramme für Schimpansen und ihre Lebensräume sowie Bildungsprojekte in Uganda, Südafrika, Tansania, der Republik Kongo und im Senegal um. Mit dem Jugend- und Bildungsprogramm Roots & Shoots fördert das Institut darüber hinaus in Österreich einen respektvollen und nachhaltigen Umgang mit Menschen, Tieren und der Natur.


[1] GeoSphere Austria, https://www.geosphere.at/de/aktuelles/news/heissester-sommer-der-messgeschichte-rekordtemperaturen-an-mehr-als-100-messstationen-der-geosphere-austria

[2] BMLUK: https://www.bmluk.gv.at/themen/wasser/wasser-oesterreich/hydrographie/wasserbilanz/charakteristik0826.html

[3] Europäischer Auswärtiger Dienst: https://www.eeas.europa.eu/eeas/enhancing-climate-security-and-defence_en

[4] Klimastatusbericht Österreich 2025: https://www.klimafonds.gv.at/presseaussendung/klimastatusbericht-2025/

[5] Agrarmarkt Austria, Ernte 2026: https://www.ama.at/allgemein/presse/presse-2026/trockenheit-setzt-getreideernte-stark-zu



Kontakt für Rückfragen: 
Mag.a Nikola Reiner-Rautek
Jane Goodall Institute Austria
Zinckgasse 20-22 | 1150 Wien
T: +43 676 9377557
E: nikola.reiner-rautek@janegoodall.at
http://www.janegoodall.at

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Bilder (3)

Jane Goodalls weiter Friedensbegriff
6 000 x 4 000 © Marc Stickler (Abdruck bei Nennung honorarfrei)
Diana Leizinger, Geschäftsführerin Jane Goodall Institute Austria
1 000 x 1 500 © Daniela Matejschek (Abdruck bei Nennung honorarfrei)
Frieden mit der Natur beginnt bei uns
4 928 x 3 280 © Daniela Matejschek (Abdruck bei Nennung honorarfrei)



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